|
|

|
|
|
| Die
Fuge
Gott
schuf das Holz, mal hart, mal weich,
doch eins, sprach er, ist immer gleich,
es wird nie rasten und nie ruh'n,
wird arbeiten, wird stets was tun.
Und
so gab er dem Holz die Zellen,
jetzt konnt, es schwinden und auch quellen,
doch als es schwand, wurd's plötzlich klar,
da war ein Stück, wo nichts mehr war.
Und
da sprach unser Herr, der Kluge:
Mein liebes Holz, das ist die Fuge.
Trag sie mit Achtung und mit Stolz,
an ihr erkennt man dich als Holz,
auch Fugen sind ein Stück Natur,
begreif es Mensch, sei nicht so stur.
Von
Urs Gsell / 6.3.2002 |
| Richtspruch
Das
Dach ist fertig, der Bauherr auch (nicht wenn
er einen guten Architekten oder Handwerker hat)
Nach getaner Arbeit ein Spruch, ein kühles Bier
und ein zünftiges Essen:Der Richtspruch ist Dank
an den Bauherrn für den Auftrag,
Gebet für das unfallfreie Gelingen und auch
ein Zeichen für den Stolz des Zimmerers über
die gelungene Arbeit. Gibt es etwas schöneres
zum Ausklang als ein Zimmermannslied
und ein Zimmermannsklatsch.
Darum aufgeschaut, Gerüst gebaut ...
Kurz
und bündig
Wir
wollen gratulieren,
gerichtet ist das Haus,
hat Fenster und hat Türen
und sieht gar stattlich aus.
Der
Maurer hats gemauert,
der Zimmerer überdacht;
doch daß es hält und dauert,
das steht in Gottes Macht.
Schützt
auch das Dach vor Regen,
die Mauer vor dem Wind,
so ist doch allerwegen an Gott allein gelegen,
ob wir geborgen sind.
Quelle
Udo Herkenroth |
|
Hochverehrte
Versammlung !
Nun
hat der Bau sich hier erhoben,
Nicht groß zwar, doch auch nicht zu klein;
das Werk mag seinen Meister loben,
Ich leg den Segen noch hinein.
Ich
wünsche, daß gesegnet sei
Der Hausherr und die Frau daneben.
Gott möge Frieden, Lieb und Treu
Und Glück dem ganzen Hause geben.
Er
segne ihrer Hände Fleiß
Und mehre den Familienkreis
Mit reichlich Mädchen oder Knaben,
So viel, wie Platz am Tische haben.
Die mögen alle wohlgedeihen,
Daß sich die Eltern drüber freuen.
Auch
schütze der allmächtge Gott
Dies Haus vor Brand und Wassersnot;
Und alle, die darinnen wohnen,
Mög er mit Krankheit stets verschonen.
Es treffe sie kein Unglücksfall
In Wohnung, Scheuer, Hof und Stall.
|
| Auch
möge Gottesfurcht erblühen,
Die Eltern stets einträchtig sein
Und ihre Kinder gut erziehen:
Drauf schenke ich das Glas mir ein.
und
daß nun alles wohl gedeih,
Daß dieser Bau ein Haus der Milde
Und jeder schönen Tugend sei,
Trink ich nach Brauch der Zimmergilde
Das Glas bis auf die Neige aus.
Der Segen Gottes ist im Haus !
Hoch
soll nunmehr der Bauherr leben
Und seine Ehefrau daneben,
Der Ehrenmann, der wohldurchdacht
Zum Bau den Plan und Riß gemacht ,
Die Meister, die ihn ausgeführt
Und denen alles Lob gebührt,
Auch
jedem, welcher immerdar
Bei diesem Baue tätig war
Und allen, die hier um mich stehn,
Nun an dem Bau sich satt gesehn,
Ruf ich aus vollem Herzen jetzt
Ein Lebehoch zu guterletzt !
Quelle
Udo Herkenroth |
|
Richtspruch
(gefunden
auf den Seiten von Wolfgang Fina)
Hochgeehrte
Herren und Frauen,
liebe, werte Bürgersleut,
die ihr diesen Bau zu schauen
heut' hierher gekommen seid:
Hier
mit diesem Saft der Reben
trink ich jetzt nach Handwerksbrauch:
Hoch soll unser Bauherr leben
und die Herrin lebe auch:
Hoch!
Hoch! Hoch!
Ha,
wie gut ist dies Getränk!
Bruder, schenk dir auch eins ein,
sei nicht schüchtern, sondern denk:
Heute spart man nicht am Wein.
Nein,
der Bauherr denket heute
unseres Dienst's mit vielem Dank,
und wir dürfen -- merkt's, ihr Leute --
jetzt nicht sparen seinen Trank.
Bruder,
reich ein zweites Glas,
nochmal muß die Stimm' ich heben
|
| Jeder
beißt einmal ins Gras,
darum laßt sie heute leben,
die da Stein und Mörtel trugen
und die Mauern wohl gesetzt,
Balken schleppten, s' Dach aufschlugen,
daß der Schweiß die Stirn genetzt.
Jetzt
muß ich ein Lob noch spenden
ihm, der diesen Plan gemacht,
dann will ich mein' Spruch beenden,
es lebe hoch die Bauherrschaft!
Mein
Trunk sei diesem Haus geweiht,
es stehe fest in Ewigke |
| Kurze,
feine Sprüche
Wenn
dieses Haus so lang nur steht,
bis aller Neid und Haß vergeht,
dann bleibt's führwahr so lange stehn,
bis die Welt wird untergehn.
Bosheit,
Feinde, schlimme Leiden
sollen Eure Türe meiden!
Freude, Glück und Sonnenschein
sollen Euch willkommen sein!
Möge
dieses Haus gewähren
Hort und Heim in Glanz und Ehren
denen, die es sich erbauten!
Und Ihr Richtspruch möge lauten:
"Herr, beschütze unser Heim,
gib uns deinen Segen drein!"
Gott
schütze dieses Haus stets vor Gefahr
und schütze seinen Herrn.
Es stehe sicher Jahr um Jahr
und halt die Sorgen fern.
Der grüne Kranz (Baum) sei ein Symbol
für uns'res Bauherrn Glück,
das in dem Hause wohnen soll
in jedem Augenblick!
Gott behüt' dies Haus solang,
bis ein Schneck die Welt durchdrang,
bis eine Ameis' dürst so sehr,
daß sie austrinkt das ganze Meer! |
|